Porsche holt mit dem von Manthey getunten Taycan Turbo GT den Nürburgring-EV-Geschwindigkeitsrekord zurück

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Porsche hat sich offiziell den Titel des schnellsten Serien-Elektrofahrzeugs in der „Grünen Hölle“ des Nürburgrings zurückerobert. Dieses Kunststück gelang dem deutschen Automobilhersteller mit einem stark modifizierten Taycan Turbo GT, der durch ein neues Leistungspaket erweitert wurde, das in Zusammenarbeit mit dem Rennsportspezialisten Manthey entwickelt wurde.

Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern fuhr mit dem Auto eine Rundenzeit von 6:55,553. Dieses Ergebnis ist nicht nur wegen seiner Geschwindigkeit von Bedeutung, sondern auch, weil es eine kurze Zeit beendet, in der der chinesische Hersteller Xiaomi die Krone innehatte. Die neue Porsche-Zeit ist mehr als neun Sekunden schneller als der serienmäßige Xiaomi SU7 Ultra, der zuvor eine Rundenzeit von 7:04,957 erreichte.

Wichtiger Kontext: Während Xiaomis Prototyp im Juni 2025 eine rasante Zeit von 6:22,091 erreichte, zählt diese Zahl nicht zu den offiziellen Produktionsaufzeichnungen. Die Leistung von Porsche bestätigt den Taycan Turbo GT als legitime Rennstreckenwaffe und beweist, dass etablierte Technik immer noch neuere, auf pure Leistung ausgerichtete Konkurrenten übertreffen kann.

Eine Kettenwaffe konstruieren

Der Leistungssprung ist nicht nur eine Software-Optimierung; Es ist das Ergebnis einer umfassenden Hardware-Überholung. Das Manthey-Kit wurde gemeinsam vom Porsche-Zentrum Weissach und den Manthey-Ingenieuren in Meuspath entwickelt und stützt sich dabei direkt auf die Motorsport-Erbe. Das Ziel bestand darin, den ohnehin schon leistungsstarken Taycan Turbo GT in ein reines Rennauto zu verwandeln.

Die Modifikationen konzentrieren sich auf drei kritische Bereiche: Aerodynamik, Effizienz des Antriebsstrangs und Gewichtsreduzierung.

Aerodynamische Dominanz

Optisch ähnelt das Auto einem Rennwagen. Die Frontpartie verfügt über einen verstellbaren Kohlefaser-Splitter, Canards und Kiemen im GT3-Stil an den Kotflügeln. Das Seitenprofil umfasst breitere Kotflügelverbreiterungen und tiefere Schürzen. Am Heck ersetzen ein größerer, manuell verstellbarer Flügel und ein kastenförmigerer Diffusor die Serienausstattung.

Die aerodynamischen Vorteile sind erheblich:
* Abtriebsmultiplikator: Das Kit erzeugt mehr als das Dreifache des Abtriebs des Standardmodells.
* Bei 200 km/h (124 mph): Der Abtrieb steigt von 95 kg auf 310 kg.
* Bei Höchstgeschwindigkeit (309 km/h): Der Abtrieb erreicht 740 kg, was eine Steigerung der Höchstgeschwindigkeit um 5 km/h gegenüber dem Standardmodell ermöglicht.

Kraft- und Gewichtsreduzierung

Unter der Haube wurde der elektrische Antriebsstrang für eine höhere Leistung neu abgestimmt:
* Standardmodus: 804 PS (vorher 777 PS).
* Angriffsmodus: 978 PS (vorher 938 PS).
* Launch Control: Die Spitzenleistung bleibt bei 1.019 PS, das Drehmoment steigt jedoch um 22 lb-ft auf 936 lb-ft.

Trotz dieser Zuwächse produziert der Taycan immer noch weniger Rohleistung als der Xiaomi SU7 Ultra, der über 1.526 PS verfügt. Die Strategie von Porsche priorisiert jedoch Handling und Grip gegenüber roher Gewalt. Um dies zu unterstützen, verfügt das Auto über:
* Leichtere Räder: 21-Zoll-Schmiedealuminiumräder mit Carbon-Aero-Scheiben an der Hinterachse.
* Reduzierung der ungefederten Masse: Titanschrauben sparen 6 Pfund (2,7 kg).
* Fahrwerksabstimmung: Überarbeitete Porsche Active Ride-Federung und Allradlenkungssysteme.
* Bremsen: Verbesserte 440-mm-Bremsscheiben vorne mit Performance-Bremsbelägen.

Warum das wichtig ist

Diese Entwicklung verdeutlicht die sich verändernde Dynamik auf dem Markt für Elektrofahrzeuge. Während chinesische Hersteller wie Xiaomi aggressiv die Leistung und Batteriekapazität steigern, um Rekorde zu brechen, setzen etablierte europäische Marken wie Porsche auf technische Raffinesse, aerodynamische Effizienz und bewährte Zuverlässigkeit.

Das Manthey-Kit zeigt, dass bei Hochleistungs-Elektrofahrzeugen Aerodynamik und Fahrwerksabstimmung genauso wichtig sein können wie die Motorleistung. Durch die Erhöhung des Abtriebs und die Verbesserung der Leistungsentfaltung hat Porsche ein Auto geschaffen, das auf einer anspruchsvollen Rennstrecke wie dem Nürburgring Leistung effektiver in Geschwindigkeit umsetzt.

Fazit

Der von Manthey umgebaute Taycan Turbo GT von Porsche hat den Xiaomi SU7 Ultra erfolgreich als schnellstes Serien-Elektrofahrzeug auf dem Nürburgring abgelöst. Mit einer Rundenzeit von 6:55,553 Minuten beweist Porsche, dass anspruchsvolle Technik und aerodynamische Präzision weiterhin entscheidende Faktoren im Hochleistungs-Elektrorennsport sind, und holt sich den Titel von seinem neueren, leistungsstarken Konkurrenten zurück.