Die neue EU-Regel für den Lärm von Elektroautos: Was Avas für Autofahrer bedeutet

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AVAS. Sie werden dieses Akronym jetzt überall sehen. Es steht für Acoustic Vehicle Alert System. Wenn Sie in Europa ein Elektrofahrzeug fahren, ist das nicht mehr nur ein Schlagwort. Es ist das Gesetz. Seit dem 1. Juli muss jedes neue vierrädrige Elektrofahrzeug, das in der Europäischen Union verkauft wird, eines haben. Da begann die Uhr zu ticken. Ältere Modelle und die aktuelle Flotte? Sie sind nicht betroffen. Noch nicht.

Diese künstlichen Geräusche sind obligatorisch, wenn ein Auto weniger als 19 km/h fährt. Sie werden auch ausgelöst, wenn Sie rückwärts fahren. Das Ziel ist einfach. Fußgänger und Radfahrer müssen wissen, dass Sie kommen. Elektrische Antriebe sind unheimlich leise. Für manche zu ruhig.

Warum Elektroautos Lärm machen müssen

Es scheint ironisch. Wir drängen auf Elektrofahrzeuge, weil sie die Lärmbelästigung reduzieren. Dann zwingen wir die Hersteller, wieder künstlichen Lärm hinzuzufügen. Aber die Logik bleibt bestehen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten ist ein Elektrofahrzeug nahezu lautlos. Ein Skateboarder hört nicht, wie sich ein Tesla nähert. Ein blinder Fußgänger hört nicht, wie ein Leaf vorwärtskriecht.

Sicherheit geht hier vor Stille. Das Fehlen von Motorgeräuschen stellt eine Gefahr dar. Das AVAS schließt diese Lücke.

Die Dezibelgrenze und Sounddesign

Die EU hat einen Schlussstrich gezogen. Der Ton darf 75 Dezibel nicht überschreiten. Das entspricht ungefähr dem Volumen eines herkömmlichen Verbrennungsmotors. Es ist kein Düsentriebwerk. Es ist kein Rennwagen. Es ist Hintergrundgeräusch.

Hersteller haben hier gestalterische Freiheit. Sie können ihre eigene Klangsignatur entwerfen. Hier wird es interessant. Oder nervig. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jedes Elektrofahrzeug einen anderen Ton hat. Ein Modell könnte wie ein Raumschiff klingen. Ein anderer wie ein entfernter Krankenwagen. Einige synchronisieren den Ton möglicherweise mit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Andere ändern möglicherweise die Tonhöhe, wenn Sie den Blinker betätigen.

Wird dadurch eine neue Art städtischer Kakophonie entstehen? Vielleicht. Ist es besser als der aktuelle Mix an Spritfressern? Fraglich.

Keine Aus-Schalter mehr

Hier ist der Haken. Heutzutage können Sie bei den meisten Elektrofahrzeugen das AVAS ausschalten. Sie können es stummschalten. Sie können es pausieren. Autofahrer mögen die Ruhe. Sie möchten die Ruhe in der Kabine genießen.

Das endet mit neuen EU-Vorschriften. Jedes neue Elektrofahrzeug, das seit dem 1. Juli im Block verkauft wird, kann das System nicht deaktivieren. Der Ton ist immer an. Stets.

Das Mandat wird nächstes Jahr erweitert. Bis 2021 müssen alle in der EU im Verkehr befindlichen Elektrofahrzeuge mit einem konformen AVAS ausgestattet sein. Hierzu zählen auch ältere Modelle, die nicht ab Werk über diese Funktion verfügten. Nachrüstungen oder Software-Updates werden die Regel sein.

Die Zukunft des urbanen Sounds

Wir treten in eine Ära standardisierter elektrischer Geräusche ein. Die Zeiten wirklich stiller Straßen sind für Fahrer von Elektrofahrzeugen vorbei. Der Kompromiss ist Sicherheit. Sie tauschen ein Flüstern gegen eine akustische Warnung.

Die Technologie ist da. Die Regelungen stehen fest. Bleibt nur noch die Frage, welches Geräusch Sie zuerst hören werden. Wird es ein sanftes Summen sein? Ein deutlicher Piepton? Oder etwas, das wie eine Warnsirene klingt?

Die Stille ist verschwunden. Hören Sie genau zu.