Renaults Mikromobilitätswandel: Der EZ-Pod und urbane autonome Konzepte

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Während Citroën bei Viva Technology mit dem bizarren Konzept 19_19 damit beschäftigt war, seine langfristige Zukunft zu projizieren, schlug Renault einen anderen Weg ein. Sie schauten nicht zum fernen Horizont. Sie blickten auf die Straße draußen. Der französische Autohersteller stellte den EZ-Pod vor, eine Sofortlösung für die städtische Mobilität, die weniger wie ein Science-Fiction-Traum, sondern eher wie eine pragmatische Antwort auf den Verkehrskollaps wirkt.

Der EZ-Pod: Twizy Bones, Robot Taxi Soul

Renault beschreibt den EZ-Pod als ein erkundendes, elektrisches und autonomes Fahrzeug, das für Kurzstrecken-On-Demand-Reisen konzipiert ist. Es ist kein Auto. Es ist eine Kapsel.

Die Architektur ist brutal effizient. Renault hat das Chassis auf das Nötigste reduziert und dabei die Unterkonstruktion des Renault Twizy verwendet. Dabei handelt es sich um ein Zweisitzer-Vierrad, das für seine geringe Stellfläche bekannt ist. Aber die Haut? Das ist reine Inspiration vom Robotertaxi EZ-GO, das wir letztes Jahr gesehen haben.

Das Ergebnis ist ein Fahrzeug mit nur 3 Quadratmetern Bodenkontakt. Es ist eine neu definierte Mikromobilität. Renault ordnet dieses Ding explizit neben Elektrorollern und Fahrrädern ein. Es konkurriert nicht mit dem Zoe. Es konkurriert mit dem Bürgersteig.

„Ein elektrisches und autonomes Erkundungsfahrzeug für Kurzstrecken-On-Demand-Reisen.“

Wo kann man einen 3 Quadratmeter großen Pod fahren?

Der EZ-Pod versucht nicht, die Autobahn zu erobern. Die Reisegeschwindigkeit ist niedrig, was ein Merkmal und kein Fehler ist. Dieses langsame Tempo ermöglicht den Einsatz an Orten, an denen Autos verboten sind.

  • Geschlossene Campusgelände
  • Einkaufszentren
  • Hotels
  • Fußgängerzonen

Da sie sich langsam bewegt, kann die Gruppe bis zum Bordstein von Mehrfamilienhäusern und Häusern fahren. Es überbrückt den letzten Meter. Für ältere Bewohner oder Familien mit Kinderwagen sind die 50 Meter von der Straße bis zur Tür oft der schwierigste Teil des Weges. Der EZ-Pod löst diese Reibung.

Renault positioniert das Fahrzeug auch für die Logistik. Dieselbe autonome Plattform kann in einen Liefershuttle umgewandelt werden. Zwei verschiedene Anwendungsfälle. Ein Chassis.

Jenseits der Kapsel: Das autonome Labor Paris-Saclay

Der EZ-Pod ist nur die Spitze des Eisbergs. Renault stellte außerdem ein zweites Konzept vor. Dieser ist größer. Es basiert auf der Plattform des Renault Zoe.

Dieses Projekt steht nicht im luftleeren Raum. Es ist Teil des Paris-Saclay Autonomous Lab. Die Mitte Mai ins Leben gerufene Initiative ist eine Koalition von Schwergewichten:
– Die Renault-Gruppe
– Transdev-Gruppe
– IRT SystemX
– Institut Véhicule du futur (Vedecom)
– Universität Paris-Saclay

Das Ziel ist konkret. Sie entwickeln autonome Transportsysteme für das Saclay-Plateau. Diese Fahrzeuge sind kein Ersatz für die bestehende Infrastruktur. Sie sind Ergänzungen. Sie füllen die Lücken dort, wo Busse nicht häufig genug verkehren und Taxis für den täglichen Pendelverkehr zu teuer sind.

Warum das jetzt wichtig ist

Wir haben schon früher autonome Konzepte gesehen. Bei den meisten davon handelt es sich um auffällige Prototypen, die in der Testphase stecken. Der EZ-Pod ist anders, weil er vorhandenes Fertigungswissen nutzt. Der Twizy

Beim Prüfstand für autonome Fahrzeuge in Massy-Palaiseau geht es nicht nur um ein Auto. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Ansätze zur Lösung desselben Problems: Was passiert, wenn die Züge nicht mehr fahren? Hier starten zwei separate Dienste. Man nutzt einen speziellen Shuttle. Der andere nutzt ein serienmäßiges elektrisches Fließheck um.

Der Nachtshuttle: Lohr i-Cristal

Erstens gibt es den Schwerlastheber. Transdev und Lohr testen das autonome Shuttle i-Cristal. Dieses Ding läuft nicht während der Hauptverkehrszeiten. Der Verkehr erfolgt ausschließlich zwischen 00:30 und 03:00 Uhr.

Warum so seltsame Stunden? Um die Lücke zu füllen. Die RER B- und Hauptzüge haben Ausfallzeiten. Busse fahren spät in der Nacht nicht überall hin. Der i-Cristal greift ein. Los geht es am Bahnhof Massy. Es erreicht vier spezifische Stopps:
– Massy-Palaiseau
– Palaiseau-Ville
– La Vallée
– Camille Claudel

Es spielt nicht auf Fahrspuren. Der i-Cristal bleibt auf den reservierten Busspuren. Es nutzt bestehende Bushaltestellen. Das ist keine Spielerei; es geht um Integration. Das Ziel ist eine nahtlose Kontinuität. Du steigst aus dem Zug. Sie steigen in den autonomen Shuttle. Sie müssen sich kein neues Zahlungssystem oder eine neue Anfahrtsbeschreibung ausdenken. Es ist so konzipiert, dass es im bestehenden Verkehrsnetz verschwindet.

Die Tageslösung: Renault Zoe Cab

Dann gibt es noch das Tagesspiel. Renault setzt das Renault Zoe Cab ein. Dies ist keine Standard-Zoe. Es handelt sich um eine modifizierte Version des elektrischen Stadtautos, die auf Autonomie reduziert und neu konfiguriert wurde.

Sie haben nicht nur Sensoren an einem Standard-Fließheck montiert. Sie haben den Körper physisch verändert. Die serienmäßigen zwei Türen auf der rechten Seite sind verschwunden. An ihrer Stelle: eine einzelne Schmetterlingstür. Kein Lenkrad. Keine Pedale. Der Fahrersitz wurde komplett herausgerissen.

Drinnen ist es eng. Das Renault Zoe Cab bietet Platz für genau drei Passagiere. Das ist es. Kein Laderaum für Gepäck. Nur Leute.

Der Dienst arbeitet auf Anfrage. Sie warten nicht wie beim Shuttle an einer festen Haltestelle. Sie nutzen eine mobile App. Sie fordern eine Mitfahrgelegenheit an. Das Zoe Cab navigiert zu einem vorher festgelegten Treffpunkt. Es holt dich ab. Es setzt dich ab. Dieser Service richtet sich an den Campus Paris-Saclay. Es handelt sich um eine schleifenbasierte Lösung für Studierende und Mitarbeiter, die während der Arbeitszeit einen flexiblen Kurzstreckentransport benötigen.

Warum zwei Autos? Warum zwei Modelle?

Renault investiert kein Geld in beliebige Technologieunternehmen. Dabei handelt es sich um einen kontrollierten Stresstest. Ziel ist es, die Bedingungen für die Skalierung autonomer Mobilität zu definieren. Aber sie schauen sich nicht nur den Code an. Sie betrachten menschliches Verhalten.

Der i-Cristal testet die Integration öffentlicher Verkehrsmittel. Funktioniert es, wenn die Leute einen Bus erwarten? Läuft es pünktlich? Ist es auf gemischten Fahrspuren sicher?

Das Renault Zoe Cab testet individuelle Mobilität auf Abruf. Ist die Schmetterlingstür intuitiv? Reichen drei Sitzplätze für den praktischen Einsatz? Vertrauen die Leute einer App, die ihnen um 9 Uhr morgens ein fahrerloses Auto bringt?

„Definieren Sie die Bedingungen für den Einsatz eines autonomen Mobilitätsdienstes