Honda rückt endlich an der Ute-Front vor. Zumindest signalisieren sie ihre Absicht mit einer vagen Unternehmenspoesie, die uns hoffnungsvoll macht. Der japanische Autohersteller bestätigte, dass ein Honda Ridgeline der dritten Generation in Arbeit ist und eine Markteinführung in den nächsten zwei Jahren in den USA anstrebt. Die Produktion in ihrem Werk in Alabama beginnt im Jahr 2028.
Die große Frage ist nicht, wann es Amerika erreicht. Das erwartet jeder. Der eigentliche Haken ist, ob es an unseren Küsten landet.
„Die nächste Ridgeline… wird dieses Vermächtnis weiterführen und gleichzeitig ein noch robusteres Design und noch mehr Funktionen bieten.“
Dieses Zitat stammt von Honda. Es ist kurz. Es ist sicher. Aber schauen Sie sich den Kontext genauer an.
Warum die New Ridgeline endlich nach Australien kommen könnte
Jahrelang spielten lokale Führungskräfte hart mit. Nick Parkington, General Manager Automotive bei Honda Australia, hielt die Tür offen, öffnete sie aber nie weit. Die vorherige Generation? Zu alt in seinem Lebenszyklus. Ein Import lohnt sich nicht.
Dann kam Jay Joseph im April 2025 als CEO.
Er verbrachte 27 Jahre in Nordamerika. Er kennt das Produkt. Er kennt das Netzwerk. Er schloss es für das neue Modell nicht aus. Tatsächlich erwähnte er ausdrücklich die Erörterung von Modellen aus Übersee, die hier bisher nicht verkauft wurden.
Josephs nordamerikanischer Hintergrund verändert die Dynamik. Es deutet darauf hin, dass eine zuvor verstopfte Rohrleitung endlich frei werden könnte. Der neue Ridgeline wird von Hondas kalifornischem Studio entworfen. Es wurde für einen Markt entwickelt, der Wert auf Robustheit, Leistungsfähigkeit und Nützlichkeit legt. Das deckt sich mit dem, was australische Käufer tatsächlich wollen.
Ist es eine beschlossene Sache? Nein. Parkington bleibt unverbindlich und nennt es ein „aufregendes Produkt“ und erkundet gleichzeitig aktiv das globale Sortiment. Aber das Signal ist da.
Wie schneidet die Ridgeline im Vergleich zu lokalen Utes ab?
Reden wir über Spezifikationen, denn Gefühle bewegen kein Metall.
Der aktuelle Honda Ridgeline ist ein Fünfsitzer mit Doppelkabine. Es ist 5.339 mm lang und knapp 2.000 mm breit. Der Radstand beträgt 3.181 mm.
Es ist größer als Sie denken. Es reiht sich direkt in die Reihe mit dem Ford Ranger und Toyota HiLux ein, den Top-Sellern Australiens.
Aber die Ingenieursphilosophie ist völlig anders.
- Kammlinie: Autoähnliche Monocoque-Konstruktion.
- Ranger/HiLux: Traditionelles Leiterrahmen-Chassis.
Das ist wichtig. Der Ridgeline fährt wie ein Auto. Es meistert Kurven besser. Es fühlt sich weniger wie ein LKW an, der eine Nutzlast transportiert, sondern eher wie ein Crossover mit Pritsche. Ob die neue Generation diese Debatte zwischen Karosserie und Unibody beibehält, ist unbekannt. Honda arbeitet an einem neuen V6-Hybridantriebsstrang für größere US-Modelle. Das könnte der Game-Changer sein.
Wird die nächste Ridgeline hybrid sein?
Wahrscheinlich.
Honda treibt die Elektrifizierung mit Hochdruck voran. Das aktuelle Modell verfügt über einen 3,5-Liter-V6-Benziner mit Saugmotor. Er leistet 209 kW und 355 Nm. Gepaart mit einer Neungang-Automatik und Allradantrieb ist es kompetent.
Aber der Markt verändert sich.
Der US-Preis beginnt bei 40.795 US-Dollar (ungefähr 58.500 AUD). Das ist steil. Das sind etwa 3.000 US-Dollar mehr als der Basismodell Ford F-150.
Wenn Honda in Australien gegen den BYD Shark 6 (Plug-in-Hybrid) und den kommenden MG U9 EV antreten will, reicht ein einfacher Benzin-V6 möglicherweise nicht aus.
Die Landschaft wird immer voller.
* Chery Stockman: Diesel-PHEV.
* Toyota HiLux BEV: Elektrisch.
* BYD Shark: Schon hier.
Rob Thorp, Direktor von Honda Australia, sagte, der Plan bestehe darin, in Segmente zu expandieren, in denen sie nicht vertreten seien. Ein Hybrid-Ute passt perfekt zu dieser Beschreibung. Er füllt die Lücke zwischen einem Soft-Road-SUV und einem robusten Arbeits-Lkw.
Ist es für Honda zu spät?
Vielleicht.
Der australische Ute-Markt ist gesättigt. Die Loyalität ist hoch. Der Durchbruch mit einem neuen Spieler erfordert mehr als nur ein hübsches Broschürenbild von einem kalifornischen Designstudio. Es erfordert eine sinnvolle Preisgestaltung, eine Verfügbarkeit, bei der man nicht fünf Jahre warten muss, und ein Produkt, das genau das tut, was Australier brauchen.
Der aktuelle Ridgeline versucht, gleichzeitig ein Crossover, ein Kleintransporter und ein Familientransporter zu sein. Manche lieben diese Dualität. Andere hassen es, weil ihm die rohe Robustheit eines Leiterrahmenrahmens fehlt.
Wenn die nächste Generation robuster wird – mehr Lkw, weniger Pkw –, könnte sie die Traditionalisten überzeugen. Wenn es vollständig hybrid-elektrisch wird, könnte es umweltbewusste Vorstädter überzeugen.
Honda verfügt über Produktionskapazitäten in Alabama. Sie haben das Designteam in Kalifornien. Sie haben einen CEO, der die US-Produktlinie bestens kennt.
Alles, was sie tun müssen, ist Ja zu sagen.
Bis dahin warten wir. Die Tür ist offen. Das Scharnier ist geölt.
Ob jemand hindurchgeht, bleibt abzuwarten.

























