Früher haben Sie gefragt: „Wie viel PS fahren Sie?“ Jetzt, wo Elektrofahrzeuge überall sind, verlagert sich die Frage. Es lautet: „Wie viele Kilowatt hat diese Batterie?“ Beide Einheiten messen die Leistung, stammen jedoch aus unterschiedlichen Epochen und erfüllen unterschiedliche technische Anforderungen. Wenn Sie den Unterschied verstehen, lassen Sie sich nicht von Datenblättern täuschen.
Der Ursprung der Pferdestärke
James Watt, der Dampfingenieur aus dem 18. Jahrhundert, prägte den Begriff Pferdestärke. Seine Theorie war einfach: Ein Pferd kann in einer Minute 33.000 Fuß-Pfund Arbeit leisten. Um das zu veranschaulichen, stellen Sie sich vor, 1.000 Pfund Kohle in 60 Sekunden 33 Fuß weit zu bewegen.
Theoretisch verrichtet ein 300-PS-Motor im gleichen Zeitraum die Arbeit von 300 Pferden. Die meisten Länder verwenden diese Kennzahl für benzinbetriebene Motoren. Eine Ausnahme bildet Australien, das auch bei der Verbrennungsleistung Kilowatt bevorzugt. Watt ist auch der Namensgeber von Watt und Kilowatt, den Standardmaßen für elektrische Leistung. Ein Kilowatt entspricht 1.000 Watt.
Wie man Kilowatt in Pferdestärken umrechnet
Warum ist das für Käufer wichtig? Nehmen Sie den Nissan LEAF. Nissan beschreibt seinen Antriebsstrang als „80 kW AC-Synchronmotor“. Das klingt technisch, aber die Konvertierung ist unkompliziert.
Um Kilowatt in PS umzurechnen, multiplizieren Sie die Kilowattzahl mit 1,34.
80 kW x 1,34 = 107 PS.
Der LEAF leistet also rund 107 PS. Auf dem Papier ist das bescheiden. Ein Fünftürer mit fünf Sitzen und 107 PS ist nicht schnell. Ein ähnlich großer Nissan Versa hat ungefähr die gleiche Leistung.
Warum die Zahl nicht die ganze Geschichte erzählt
Zahlen bedeuten nicht alles. Der Vergleich zwischen einem Benzinmotor und einem Elektrofahrzeugmotor ist fehlerhaft, da sie unterschiedlich Leistung liefern.
- Gasmotor: Die Leistung erreicht ihren Höhepunkt in einem bestimmten Drehzahlbereich. Drehmomentkurven variieren.
- EV-Motor: Hat eine flache Drehmomentkurve und eine konstante Leistungsabgabe ab 0 U/min.
Der Motor des LEAF ist einfacher und mechanisch effizienter als ein Verbrennungsmotor. Der 24-Kilowattstunden-Akku treibt den Motor an, der eigentlich die Räder antreibt. Der Wechselstrommotor wird mit Wechselstrom betrieben und ermöglicht so das Aufladen der Batterien durch regeneratives Bremsen.
Dieses konstante, unmittelbare Drehmoment ist der Grund, warum der LEAF eine flotte Beschleunigung in der Stadt verspricht, obwohl er die gleiche Spitzenleistung wie ein Standard-Pendler-Schrägheckmodell hat. Der „Kick“, den Sie spüren, ist das Drehmoment, nicht die Spitzenleistung.
Wenn Sie also „80 kW“ auf einem Datenblatt sehen, werfen Sie nicht nur einen Blick darauf. Multiplizieren Sie mit 1,34, um den vergleichbaren Gaswert zu erhalten. Bedenken Sie dann, dass die Liefermethode grundlegend anders ist. Die Zahlen sind nur ein Ausgangspunkt. Die Physik ist es, die das Auto tatsächlich antreibt.























