Amazons Abteilung für selbstfahrende Robotaxi, Zoox, hat 332 Fahrzeuge zurückgerufen, da ein kritischer Softwarefehler dazu führte, dass sie unerwartet in den Gegenverkehr geraten. Der von der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) angeordnete Rückruf erfolgt, da das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Sicherheit autonomer Fahrzeuge nach wie vor gering ist – aktuelle AAA-Daten zeigen, dass sich nur 13 % der Menschen beim Fahren sicher fühlen.
Das Problem: Abdriften in Gefahr
Das Problem tauchte erstmals am 26. August auf, als ein Zoox-Robotaxi eine weite Rechtskurve machte, auf die Gegenfahrbahn abbog und dort kurz anhielt. Die anschließende Analyse ergab 62 ähnliche Vorfälle zwischen dem 26. August und dem 5. Dezember. In diesen Fällen überquerten die Fahrzeuge entweder unnötigerweise Fahrbahnbegrenzungen, insbesondere in der Nähe von Kreuzungen, oder blieben direkt im Weg des Gegenverkehrs stehen. Dieses Verhalten erhöht das Kollisionsrisiko erheblich, auch wenn vor dem Rückruf keine Unfälle gemeldet wurden.
Grundursachen und Softwarekorrekturen
Zoox führte den Fehler auf mehrere Faktoren zurück:
– Falsch identifizierte geparkte Autos (fälschlicherweise als bewegliche Hindernisse gekennzeichnet)
– Unerwartete Routenneuberechnungen
– Fehlerhafte Versuche, die Blockierung des Querverkehrs an Kreuzungen zu vermeiden.
Das Unternehmen veröffentlichte am 7. November ein erstes Software-Update, dem Anfang des Monats ein weiteres folgte. Seit dem 19. Dezember wurden alle auf öffentlichen Straßen fahrenden Zoox-Fahrzeuge mit den neuesten Fixes aktualisiert. Zoox bleibt jedoch dabei, die Fahrzeugleistung weiterhin zu überwachen und die Software zu verfeinern, um künftige Vorkommnisse zu verhindern.
Warum das wichtig ist
Dieser Rückruf verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen beim Einsatz vollständig autonomer Systeme unter realen Bedingungen. Selbst geringfügige Softwarefehler können schwerwiegende Folgen in Fahrszenarien haben, was zeigt, dass selbstfahrende Technologie noch nicht narrensicher ist. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit strenger Tests, Redundanz und kontinuierlicher Over-the-Air-Updates, um die Sicherheit vor einer breiten öffentlichen Einführung zu gewährleisten.
Auch wenn es zu keinen Kollisionen kam, unterstreicht dieser Vorfall, dass autonome Fahrzeuge noch einer umfassenden Verfeinerung und Überwachung bedürfen, bevor man sich voll und ganz darauf verlassen kann, dass sie ohne menschliches Eingreifen funktionieren.























