Alfa Romeo verzeichnete im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der weltweiten Verkäufe um 20 % und verkaufte weltweit 73.000 Fahrzeuge. Obwohl dieses Wachstum positiv ist, bleibt die italienische Marke im Vergleich zu dominanten deutschen Konkurrenten wie BMW (2,17 Millionen verkaufte Einheiten), Mercedes-Benz (1,8 Millionen) und Audi (1,6 Millionen) ein kleiner Akteur.
Der lange Weg zur Genesung
Seit über einem Jahrzehnt versucht Alfa Romeo eine Wiederbelebung, angeführt vom verstorbenen Sergio Marchionne. Investitionen in Plattformen wie den Giorgio (der für Giulia und Stelvio verwendet wird) zielten darauf ab, Alfa als ernstzunehmenden Konkurrenten der deutschen Luxusautohersteller zu positionieren. Trotz anhaltender Verkäufe dieser Modelle hat jedoch keines von beiden die erwarteten Volumenziele erreicht.
Der aktuelle Erfolg der Marke beruht auf Stellantis, der Muttergesellschaft von Alfa Romeo, die Zugang zu gemeinsamen Plattformen für eine schnellere Entwicklung bietet. Derzeit führt das Junior-Modell den Verkauf an, gefolgt vom SUV Tonale, der kürzlich ein Facelift erhielt. In der Zwischenzeit dient der in limitierter Auflage produzierte 33 Stradale als Halo-Auto und sorgt trotz seines vernachlässigbaren Einflusses auf die Gesamtzahl für Aufsehen.
Regionale Leistung und strategische Veränderungen
Über 80 % der Verkäufe von Alfa Romeo erfolgen in Europa. Nordamerika, der Nahe Osten und Asien tragen den Rest bei, obwohl der US-Markt einen Nachfragerückgang von 36 % verzeichnete und insgesamt nur 5.652 Autos verkauft wurden. Das Junior-Modell ist in den USA nicht erhältlich. Dies unterstreicht den strategischen Fokus auf europäische Märkte, wo die Marke eine stärkere Attraktivität behält.
Bemerkenswert ist, dass leistungsstarke Quadrifoglio-Varianten mittlerweile 11 % der Gesamtauslieferungen ausmachen – ein Rekordanteil. Das Wiederaufleben von V6-Modellen in Europa treibt diesen Trend voran.
Zukunftspläne und Unsicherheit bei Stellantis
Pläne zur Expansion in größere Fahrzeuge für den amerikanischen Markt wurden auf Eis gelegt. Santo Ficili, CEO von Alfa Romeo, erklärte: „Große Autos sind nicht das Revier der Marke.“ Die Giulia und Stelvio der nächsten Generation, die ursprünglich als Elektrofahrzeuge geplant waren, werden nun sowohl mit Elektro- als auch mit Verbrennungsmotoroptionen entwickelt und sollen 2028 auf den Markt kommen.
Allerdings werfen allgemeine Bedenken innerhalb von Stellantis einen Schatten auf die Zukunft von Alfa Romeo. CEO Antonio Filosa prüft Berichten zufolge die langfristige Rentabilität aller 14 Marken des Konglomerats, wobei bei leistungsschwächeren Marken potenzielle Schließungen bevorstehen. Während Alfa Romeo im Vergleich zu Marken wie Lancia oder DS Automobiles nicht unmittelbar gefährdet zu sein scheint, hängt sein nachhaltiges Wachstum von der anhaltenden Unterstützung von Stellantis ab.
Alfa Romeos bestes Jahr war 1990 mit 223.643 verkauften Einheiten. Die aktuellen 73.000 stellen einen bedeutenden Fortschritt dar, aber die Marke muss ihren Schwung beibehalten, um nicht in der sich schnell verändernden Automobillandschaft in den Schatten zu geraten.
